Verantworungseigentum

Verantwortungseigentum goes Fintech: Warum payactive ein Zebra ist. |

9/23/2021

Interview von Gerald Hensel

Wenn wir gefragt werden, was Payactive zu einem nachhaltigen Fintech macht, können wir viele Aspekte unserer Payment Plattform nennen. Aber neben unserem Finanzprodukt ist es aber vor allem die Organisationsform, die wir gewählt haben, die uns nachhaltig handeln lässt. Denn als Unternehmen im Verantwortungseigentum haben wir uns selbst Regeln gegeben, die nachhaltiges Wirtschaften mit einem klaren Zweck für uns verbindlich machen. Doch nicht allen unserer Leser:innen wird der Begriff Verantwortungseigentum etwas sagen:

Verantwortungseigentum ist ein Regelwerk für nachhaltiges Wirtschaften, dem sich Unternehmer:innen verpflichten können. Das Ziel: Besseres Wirtschaften zu ermöglichen. Und das mit Blickpunkt auf bessere Kooperation und Führung im Unternehmen. Und damit letztendlich mit mehr Impact für unsere Welt. „Zebras“ nennt man Startups, die sich dieser Logik verschrieben haben in Abgrenzung zu Unicorns. Doch dazu gleich mehr.

Was ist Verantwortungseigentum?

Wer als Gründer:in in Deutschland ein Unternehmen gründet, steht vor der Wahl einer Gesellschaftsform. Gleich, ob GmbH, UG oder KG: Jede Gesellschaftsform bringt einen Standardsatz an Rechten und Pflichten mit sich. Als Unternehmer:innen haben wir für payactive die GmbH als Gesellschaftsform gewählt und als Zusatzmodell das Konzept Verantwortungseigentum gewählt.

Dabei unterliegt Payactive den Regeln der Stiftung Verantwortungseigentum / Purpose Foundation, die 1% unserer Anteile als Sperrminorität hält. Selbst wenn wir wollten, könnten wir also nicht gegen diese Regeln verstoßen. Aber was sind diese Regeln? Zwei wesentliche Grundsätze gibt es, denen wir uns verpflichtet fühlen:

Regel 1: Selbstbestimmung – das Unternehmen soll eigenständig bleiben

Nur aktiv im Unternehmen mitarbeitende Unternehmer:innen können Stimmrechte ausüben. Übernahmen mit Entscheidungsvollmacht in einem anderen Land fällt bei uns also schon einmal aus. Die klassische Startup Exit-Option ist für payactive keine Option.

Regel 2: Vermögensbindung – Gewinne bleiben Mittel zum Zweck

Im Verantwortungseigentum dienen Gewinne der Entwicklung des Unternehmens und dessen Zielen. In unserem Fall sind diese Ziele nachhaltig und dienen der Entwicklung der UN SDGs. Im Sinne des Verantwortungseigentums können aber unsere Gewinne nicht abgeschöpft und an Dritte transferiert werden.

Zwei Regeln mit sehr weitreichenden Folgen. Denn wer die Welt der schnelldrehenden Startups kennt, versteht sicher auch, dass sich payactive mit diesen zwei Regeln aus gutem Grund eigene Hürden gesetzt hat. Wir glauben an die Notwendigkeit zu neuem Wirtschaften. Wir glauben, dass es rechtlich bindende Konstrukte braucht, die Unternehmen zu nachhaltigerem und sinnstiftenderen Handeln bringen. Die Idee des Verantwortungseigentums ist genau eine solche Idee, die uns als Unternehmer:innen begeistert – nachhaltig zu handeln statt auf die nächste Exit Option zu schielen. Und nein, damit macht man es sich im Startup-Umfeld nicht unbedingt einfacher.

payactive Verantwortungseigentum
payactive: Wir mögen lieber nachhaltig

Zebras statt Einhörner

Wir sind ein Startup. Aber mit dem Konzept des Verantwortungseigentums haben wir uns Regeln gegeben, die tatsächlich anders funktionieren als bei vielen anderen Unternehmen, die sich als Startup verstehen. „Zebras“ nennt man diese jungen, oft technologiegetriebenen Unternehmen in Abgrenzung zu den bekannten „Unicorns“ zu denen jeder aufschaut. Statt auf maximales Wachstum und die hoffentlich irgendwann nahende Exit-Option zu schielen, wollen „Zebras“ lieber nachhaltig wachsen und verfolgen meist „gesellschaftliche und/oder ökologische Ziele“.

Der Begriff „Zebras“ entstammt dem Medium Artikel „Zebras fix what Unicorns break“ von Jennifer Brandel, Mara Zepeda, Astrid Scholz und Aniyia Williams. Hier argumentieren die vier Gründerinnen, dass die klassische Startup-Welt gar nicht so rational ist, wie oft behauptet wird. Diese Welt sei dominiert von magischem Denken, würde aber ansonsten vieles von dem befördern, was das Wirtschaften bisher für die Welt schon so herausfordernd gemacht hat: Unbedingtes Gewinnstreben, Wachstumsmaximierung und oft eben auch toxische Arbeitsplätze und Shareholder-Value. Deshalb, so die Autorinnen, brauche es ein neues Tier, das Zebra, das in Abgrenzung zu den fiktiven Einhörnern real sei und reale Probleme löse. Zebras sind soziale Tiere, die schwarz und weiß kennen und eben auch beides schaffen wollen: Tolle Services und Ideen, die die Welt zu einem besseren Ort machen.

Globaler Siegeszug einer Idee

Die zwei Regeln, die die Stiftung Verantwortungseigentum als Rahmen fürs Verantwortungseigentum definiert, werden derzeit in vielen Ländern diskutiert. So wird gerade beispielsweise in vielen Parteien und politischen Gremien im deutschen Bundestag derzeit die Einführung des Modells als eigener Gesellschaftsform diskutiert, wenn auch hier unter einem leicht anderen Namen. Hier heißt Verantwortungseigentum „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ – die Regeln bleiben aber gleich. Das ist in der Tat ein großer Erfolg, weil mehr und mehr Politiker und Fraktionen sich von der neuen alten Idee des Verantwortungseigentums begeistern lassen. Einer Idee, die es eigentlich schon sehr lange gibt.

So haben Unternehmen wie Bosch oder Carl Zeiss immer schon in der Logik des Verantwortungseigentums gearbeitet. Die alte Idee des Familienunternehmens ist eng mit dem neuen Begriff Verantwortungseigentum verbunden. Doch mittlerweile ist es die nächste Generation von Unternehmen, die dem Begriff Verantwortungseigentum einen neuen, nachhaltigen Schwerpunkt geben. Dabei sind so illustre Namen wie alnatura, die GLS Bank oder einhorn. Uns macht das als ganz junges Startup sehr stolz. Mit dem Thema Verantwortungseigentum sind wir Teil einer Idee, die tatsächlich Konsequenzen in der Art wie Wirtschaften künftig funktionieren soll, rechtlich verbindlich macht.

In den nächsten Wochen werden wir noch sehr viel mehr zum Thema schreiben. Wer dazwischen noch einen tollen Beitrag zu diesem spannenden und zukunftsweisenden Thema hören will. Hier der TEDX Talk des Purpose Economy Vordenkers Armin Steuernagel.

Interesse an mehr? Wenn Sie zu unserer Idee von Verantwortungseigentum oder zu diesem spannenden Thema mehr erfahren wollen, dann kontaktieren Sie einfach unseren Founder Mathias Born. Er freut sich über jedes Gespräch zu diesem Thema.

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